
Thema: Ernährung
Über die Fütterung, Ernährung und die dazugehörigen Unterthemen scheiden sich die Geister wie bei fast allem rund um den Hund. Wahrscheinlich haben viele, als sie ihren ersten Hund bekamen, viel recherchiert. Jeder macht unterschiedliche Erfahrung.
Alles und alles richtig kann niemand beschreiben, selbst Tierärzte widersprechen sich in ihren Empfehlungen. Deshalb versuche ich hier einen ersten Überblick zu vermitteln:
Richtige und gesunde Hundeernährung ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein artgerechtes Dasein, Wohlbefinden und körperliche Fitness. Welpen und junge Hunde, deren Knochen, Sehnen und Muskeln noch nicht fertig ausgebildet sind, benötigen eine ausgewogene Ernährung für eine ungehinderte Entwicklung (siehe Welpenernährung).
Welche Fütterungsmöglichkeiten hat man überhaupt:
Mengenkontrollierte Fütterung
Hier hat der Besitzer die größtmögliche Kontrolle über die Futteraufnahme seines Tieres und kann die tägliche Menge sowie die Inhaltsstoffe optimal selbst variieren. (Immer davon ausgehend, dass auf der Straße nichts aufgenommen wurde)
Vorteile
Nährstoffbedarf kann individuell den Bedürfnissen des Tieres angepasst werden (Aktivität, Wachstum, Trächtigkeit, Laktation - Milchabgabe)
Mehrere Mahlzeiten können angeboten werden.
Veränderungen im Fressverhalten können sofort erkannt werden (Krankheiten).
Nachteile
große Verantwortung für Besitzer
hoher Zeitaufwand
Erwachsene Hunde werden bei mengenkontrollierter Fütterung 1 - 2 mal täglich gefüttert. Welpen werden in Korrelation ihres Stadiums, ihrer Rasse und ihres Alters 3-5 mal täglich gefüttert.
Futteraufnahme nach Belieben
Das Tier kann so viel Futter zu sich, nehmen wie es will.
Vorteile
Wenig Arbeit
Beschäftigung des Hundes (weniger Bellen bei Zwingerhunden)
Werden mehrere Hunde in einem Zwinger gehalten, können auch rangniedere Tiere meist genügend Futter aufnehmen.
Die Hunde nehmen kleine Portionen, verteilt über den ganzen Tag auf.
(also, bei meinem Hund Sky würde das schon mal nicht funktionieren, er fräße wahrscheinlich bis zur Magendrehung)
Nachteile
Große Verantwortung für Besitzer
Verderben von Futter (besonders Nassfutter)
Krankheiten, die mit einer reduzierten Futteraufnahme einhergehen, werden erst spät erkannt, besonders wenn mehrere Tiere zusammengehalten werden.
die Tiere nehmen zuviel Futter auf, weil sie ihren Energiebedarf nicht ausrechnen können, sie werden dick.
Nicht immer erhalten rangniedere Tier ausreichend Futter
Zu empfehlen bei Hunden, die nur unzureichend Nahrung bei mehrmaliger Fütterung zu sich nehmen. Hunde die einen sehr hohen Energiebedarf zu decken haben (Trächtigkeit, Säugen der Welpen)
Was füttern?
Klar, Hunde kämen auch mit Essensresten, minderwertigem Fleisch oder billigstem Trockenfutter aus. Noch vor 20 - 30 Jahren war das ganz normal. Und bei all den Versprechungen der Futtermittelindustrie sollte man immer im Kopf behalten, dass die viel Geld fürs Marketing ausgeben und die Werbespezialisten darauf getrimmt sind, Hundebesitzer bei ihrer Liebe zum Tier zu packen suchen. Nicht immer ist drin, was auf den Werbebannern und TVSpots draufsteht.
Fest steht, Hunde-Ernährung und das optimale Futter haben auf die Gesundheit und Lebenserwartung unserer Hunde einen wichtigen Einfluss.
B.A.R.F: Rohfleischfütterung
Da mein Sky als Welpe leider mit dem billigsten Trockenfutter und das auch schon mit 8 Wochen gefüttert wurde, hatte und hat er diverse Magenprobleme, reagiert sehr anfällig und richtig gut sind wir erst gefahren, als wir die Ernährung komplett auf Rohfleisch plus Zusatzstoffe umgestellt haben.
„Das Ergebnis der Fütterung von industriell hergestellten Fertigfutterprodukten an Hunde wird immer deutlicher durch den enormen Zuwachs an sogenannten Zivilisationskrankheiten in unserer Hundepopulation.
Krebs, Allergien, Pankreatitis, Pankreas-Insuffizienz, Hautprobleme, Nieren- und Lebererkrankungen, Immunschwäche, Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen treten immer häufiger auf und lassen sich nicht einfach mit Überzüchtung erklären.
Viele Hundebesitzer, Tierheilpraktiker, Züchter und auch Tierärzte sind heute der Meinung, dass Fertigfutter einer der Hauptverursacher eines schlechten Gesundheitszustandes ist, und suchen Alternativen zu Fertigfutterprodukten. Eine dieser Alternativen, die mittlerweile Befürworter in der ganzen Welt hat, ist die sogenannte BARF-Ernährung.
Auf den folgenden Seiten finden Sie Artikel zur artgerechten Ernährung des Hundes nach dem B.A.R.F.Biologisch, Artgerechtes Rohes Futter). Konzept
"Proteine
Eine ausreichende Aufnahme von Proteinen ist zur Aufrechterhaltung beispielsweise von Geweben (Haut, Fell, Muskelmasse), sowie Enzymen und Hormonen nötig. Der Hund hat die Fähigkeit sein Enzymsystem zu regulieren und kann in Hungerphasen auch andere Metabolite (Zwischenprodukte) dafür nutzen. Die Katze beispielsweise ist dazu nicht fähig, bei einem Eiweißmangel kann es bei ihr schnell zum Muskelabbau kommen.
Es gibt tierische Proteinquellen (Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Geflügel, Fleischnebenprodukte, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, Eier, Milch und Molkereierzeugnisse) und pflanzliche Proteinquellen (Maiskleber und Sojaprodukte).
Merke: Hunde mit Nierenproblemen sollen eine eiweißarme Diät einhalten und Spezialfutter bekommen. Ihre Besitzer suchen häufig eine billige Alternative im Discounter. Sie sollten aber beachten, dass der bloße Vergleich des prozentualen Eiweißgehaltes verschiedener Futtersorten falsch interpretiert werden kann und dadurch ein Nierenpatient einen zu hohen Gehalt an Eiweiß und Phosphor aufnimmt, was zu einer starken Belastung der Niere führt.
Mineralstoffe und Vitamine
Ein bestimmter Anteil an Mineralstoffen und Vitaminen ist bereits in den genannten Rohstoffen des Futters enthalten. Zur Deckung des Bedarfs werden den Fertigfuttern die entsprechenden Zusätze beigemengt.
Bei der Zuteilung der Mineralstoffe (Mengenelemente: Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium; Spurenelemente: Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Jod) muss eine Überdosierung vermieden werden, da Mineralstoffe sich gegenseitig in ihrer Resorption beeinflussen. So kann z. B. eine Überversorgung mit Kalzium die Aufnahme von Zink und Kupfer aus dem Darm hemmen und somit eine Unterversorgung dieser beiden Mineralien hervorrufen. Das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor sollte in der Futterration bei 1 : 1 bis 2 : 1 liegen, optimalerweise bei 1,3 : 1.
Die Vitaminverluste, die bei der Herstellung und Lagerung von Futtermitteln entstehen, werden durch eine erhöhte Menge am Anfang des Herstellungsprozesses vermieden.
Vitamin A
In der natur nimmt ein Fleischfresser Vit A über tierisches Gewebe auf. Die Vorstufe Beta-Carotin gibt es in Pflanzen (Karotten). Hunde können (im Gegensatz zu Katzen) Beta-Carotin in Vit A umwandeln.
Vitamin D
Auch Vitamin D muss ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden, da die lichtabhängige Vit D Herstellung bei Hunden und Katzen zu vernachlässigen ist. Vit D ist in Leber oder Fett (z. B. Lebertran) enthalten.
Niacin
Tierische Gewebe haben einen hohen Niacingehalt, so dass der Bedarf meist gedeckt ist. Hunde können Niacin auch aus der Aminosäure Tryptophan herstellen.
Kohlenhydrate
Vorwiegend aus pflanzlichen Produkten (Weizen, Mais, Reis, Hafer, Gerste, Kartoffeln usw). Kohlenhydrate enthalten Stärke und Faserstoffe (Ballaststoffe). Die Verdaulichkeit der Stärke muss durch Erhitzen verbessert werden. Nicht ausreichend gegarte Stärke wird im Dickdarm fermentiert und verursacht dadurch säuerlichen Durchfall. Ballaststoffe regen die Bewegung des Darms an und fördern dadurch die Verdauung.
Zucker im Fertigfutter
Bei vielen Produkten wird Zucker in Form von Karamell eingesetzt. Das hat den Effekt, dass das Fleisch bräunlicher erscheint und der Tierbesitzer das Futter ansehnlicher findet, also rein optischer Art. Es ist nicht bestätigt, dass durch diesen Zucker Zahnprobleme (Karies) oder andere Krankheiten entstehen können.
Fette
Fette sind Energieträger, liefern essentielle Fettsäuren und dienen als Geschmacksträger im Futter zur besseren Akzeptanz. Meistens werden mehrere Fettquellen tierischen und pflanzlichen Ursprungs gemischt.
Man unterscheidet gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Erstere sind Energieträger, letztere haben eine wichtige Funktion im Stoffwechsel. Sie sind u. a. wichtig für die Funktion des Zentralnervensystems und des Immunsystems.
Tierisches Fett stammt aus dem Gewebe von Säugetieren, Geflügel und Fisch. Dazu zählen auch Rindertalg, Schweineschmalz, Geflügelfett und Fischöl. Lautet die Angabe „tierisches Fett“ bedeutet dies, dass Fett von verschiedenen Tieren verwendet werden kann.
Auf die Angabe der Fettquelle ist vor allem bei Allergikern zu achten.
Pflanzenöl
Die am häufigsten verwendeten Pflanzenöle sind Mais-, Sonnenblumen-, Distel- und Sojaöl. Wegen des unterschiedlichen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren sollen verschiedene Öle miteinander abgewechselt werden. (1 gr Öl pro Kilo Körpergewicht)
Leinöl enthält größtenteils (90 %) ungesättigte Fettsäuren und ist das einzige Pflanzenöl, das eine hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren hat. Dieses kann bei chronischen Hauterkrankungen mit Juckreiz eingesetzt werden und wirkt sich außerdem positiv auf Entzündungen aus. Bei Fettsäuremangel kommt es zu trockenem Fell, Hautverdickungen, Haarausfall und vermehrten Hautinfektionen.
Zusatzstoffe
Zur Konservierung der Fette werden in den Futtermitteln Antioxidanzien beigemischt. Natürliche sind z. B. Vit E (Tocopherol E 307, 308, 309) und C (Ascorbinsäure E 300). Die natürlichen Oxidanzien sind oft weniger effektiv und kostspielig, so dass deshalb meistens synthetische eingesetzt werden (E 320, 321,324). E 324 werden schädliche Wirkungen nachgesagt.
Konservierungsstoffe
Zu den Konservierungsstoffen zählen vor allem Säuren und ihre Salze, die das Wachstum von Schimmelpilzen und Hefen unterbinden sollen. Sorbate sind Salze der Sorbinsäure (E200, 201, 202, 203). Weitere Konservierungsmittel sind Zitronensäure (E330), Essigsäure (E 260) und Propionsäure (E 280).
Alle Zusatzstoffe für Tiernahrung müssen futtermittelrechtlich zugelassen sein.
Tipps und Infos:
Getrockneter Pansen ist eine Kalorienbombe für ihren Hund. 100 gr davon entsprechen 500 gr frischen Pansens.
Füttern Sie Ihrem Hund keine ganzen Eier, nur die Schale und den Dotter. Eiweiß bindet Biotin im Darmtrakt und kann so zu einem Biotinmangel und Durchfall führen.
Überversorgung mit Eiweiss führt bei Welpen entgegen herkömmlichen Meinungen nicht zu Problemen
Zwiebel und Knoblauch sind für Hunde unverträglich, bei zu hohen Dosen kann es zu gravierenden Nebenwirkungen kommen. (giftige Dosis bei 5 gr/kg/KG/Tag
Schokolade
Ist für Hunde und Katzen giftig. Das in der Schokolade enthaltene Theobromin kann bei einer Dosis von 100 mg/kg/KG zum Tod führen. Bittere, Milch- oder weisse Schokolade enthalten verschiedene Anteile an Theobromin.“
Quelle: Ernährungsberatung in der Kleintierpraxis, N. Dillitzer
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