Hund in Berlin
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Sorgen und häufig gestellte Fragen

Menschen schätzen ihre Hunde nicht immer richtig ein, sie versuchen sie vor den angeblich aggressiven anderen Hunden zu beschützen, und verhindern doch eigentlich nur, dass die Tiere ihren normalen sozialen Trieb mit Artgenossen ausleben können. Denn, wer schon einmal eine Auseinandersetzung zwischen ordentlich sozialisierten Hunden beobachtet und nicht unterbrochen hat, wird feststellen, in den meisten Fällen passiert nicht wirklich viel, mal abgesehen von dem beträchtlichen Lärm und dem furchterregenden (aus menschlicher Sicht) Aussehen der gebleckten Zähne. Problematisch auf Hundeplätzen ist vor allem das Territorialverhalten. Raufereien um Ressourcen oder eben das Territorium entstehen oft, weil die Hundebsitzer sich nicht bewegen, sondern für die Hunde ein imaginäres Territoium abstecken, das sie verteidigen.

Solche Probleme tauchen beispielsweise beim gemeinsamen Laufen gar nicht erst auf. Im Hundeauslaufgebiet kann es dennoch auch zu Rangeleien kommen, deshalb ist es wichtig, dass die Hundesitter ihr eigenes Rudel gut kennen und immer unter Beobachtung haben. Genauso wichtig ist es, dass die Sitter entgegenkommende Hunde rechtzeitig sehen und wissen, welchen der Hunde sie problemlos vorschicken und welche sie besser zurückrufen.

Natürlich kann kein Hundesitter versprechen, dass es nicht doch einmal zu kurzen und eventuell auch mit Verletzungen verbundenen Prügeleien kommt. Deshalb gehen wir auch zu zweit, damit man nicht auf sich allein angewiesen ist, mögliche Streithähne zu trennen, und wir schnell und entschlossen, sich eventuell einmischende Rudelmitglieder fernzuhalten.

"Kein Rudel- oder Herdentier geht freiwillig aus dem sicheren Rudelverband. Es wird ausgestossen (Verletzung oder Verlust der Führungsposition). Entweder haben sie die Chance, sich einem neuen Rudel anzuschliessen oder sie bleiben Einzelgänger und haben viel schlechtere Überlebenschanchen, weil sie nicht als Einzelkämpfer ausgerüstet sind. Das gilt für alle Herdentiere. Haushunde haben im Gegensatz zu Wildtieren vor "geraumer" Zeit kapiert, dass Menschen ein komfortables Ersatzrudel bilden können, mitunter drängen "tierliebe" Menschen sich geradezu als "Retter" auf." (alle Rechte vorbehalten: Hundezeitung)

Rainer Brinks schrieb in seiner Hundezeitung dazu: "Das Rudel sich selber ordnen lassen, bis auf Beschädigungen, da muss man dann trennen. Ist aber bei einem ausreichend grossen Rudel eher selten, es sei denn, die Hunde sind zur Asozialität erzogen worden, der Hund kann hier für nichts."

Folgen bei ständigem Leinen- und Maulkorbzwang

Von Prof. Dr. Irene Stur, Institut für Tierzucht und Genetik an der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Ein ständiger Leinenzwang macht es dem Hund unmöglich, sein art- und im Einzelfall auch sein rassetypisches Bewegungsbedürfnis auszuleben. Eine Bewegung ausschliesslich an der Leine ist somit nicht als artgerechte Haltung anzusehen und stellt einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz dar.

Durch die fehlende Befriedigung des Bewegungsbedürfnisses kommt es zu einem Sinken der Reizschwelle. Hunde, die sich ausschliesslich an der Leine bewegen dürfen, werden somit in jedem Fall gefährlicher als Hunde, die sich ausreichend bewegen können. Es ist daher damit zu rechnen, dass der Anteil von Bissvorfällen mit Hunden durch generellen Leinenzwang eher steigt als sinkt, wobei voraussichtlich in erster Linie Bissvorfälle in der eigenen Familie, die ja auch jetzt schon den grössten Anteil an Bissvorfällen ausmachen, gehäuft auftreten werden.

Die Aggressionsbereitschaft von Hunden, die an der Leine geführt werden, ist höher als bei frei laufenden Hunden. Dafür sind im wesentlichen zwei Ursachen verantwortlich.
1.) Hunde, die durch die Leine festgehalten werden, haben weniger Möglichkeit einer für den Hund bedrohlich erscheinenden Annäherung durch Menschen andere Hunde oder Objekte auszuweichen. Bei zu starker Annäherung kann es dadurch zu ansonsten vermeidbarer Verteidigungsaggression kommen.
2.) Hunde, die an der Leine geführt werden, fühlen sich durch den Besitzer am anderen Ende der Leine gestärkt.

Das kann im Einzelfall dazu führen, dass sie eine Auseinandersetzung mit einem anderen Hund, der sie ansonsten aus Gründen der Selbsterhaltung ausweichen würden, annehmen, was wiederum eine vermeidbare Gefahrensituation zur Folge hat." (alle Rechte vorbehalten: Hundezeitung)

Läufigkeit 

"Die meisten Hündinnen werden alle 5-8 Monate läufig. Die Läufigkeit dauert insgesamt etwa 3-4 Wochen. In der ersten Phase der Läufigkeit (Proöstrus) hat die Hündin"blutigen" Scheidenausfluss. Dadurch angelockte Rüden werden aber meistens abgewehrt. In der zweiten Phase der Läufigkeit (Östrus) wird dieser Ausfluss klar. Im Östrus gibt es einige Tage an denen die Hündin "aufnahmebereit" ist. Sie ist dann besonders attraktiv für Rüden und würde sich auch decken lassen. Dann heißt es auch für den Hundehalter aufgepasst, sonst gibt es bald viele hungrige Mäuler zu füttern. Wem das Aufpassen zu lästig ist, der sollte sich Gedanken über die Verhütung der Läufigkeit seiner Hündin machen." (aus Haustieranzeiger)

Wichtig: Um Raufereien im Rudel zu vermeiden, nehmen wir läufige Hündinnen nicht mit ins Auslaufgebiet. In dieser Zeit können wir ersatzweise stundenweises Ausführen an der Leine anbieten.

 

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